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Teamstaffel

Lesedauer: ca. 4 Minuten

25 Kilometer sind jetzt nicht unbedingt die Strecke von Berlin nach New York, aber auf jeden Fall genug, um rund 26 000 Leute gehörig zum Schwitzen zu bringen.

Da der Startschuss zur Teamstaffel erst gegen 18:30 Uhr fallen sollte, hieß das für mich im Klartext: Noch schön eine Runde arbeiten, bevor ich ordentlich Hackengas geben kann. Die Arbeit ging aber relativ gut von der Hand und die Zeit verging wie im Flug. Kurz bevor es losging, zog ich dann meine Laufklamotten an. Zusammen mit dem Sportanzug kam dann auch so langsam die Einstellung zum Sportmachen. Ich war bereit!

Zum Tiergarten, wo das ganze Spektakel stattfinden sollte, ging‘s dann auch gleich ganz sportlich: Wir fuhren mit dem Auto. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet, aber es waren schon mal überall Menschen. Nach einer anfänglichen Orientierungslosigkeit fanden wir das Areal der Wasserbetriebe. Bierbänke, ein Cateringzelt und Zapfstellen für Wasser. Und Bier – Hier kannst du bleiben.

Dann ging es auch schon los, wir bekamen unsere T-Shirts und Startnummern. Ich war die 11015 und startete als Letzter meines Teams. „Hm“, dachte ich. „Was mache ich in der Zwischenzeit?“ Meine Wahl fiel auf reden, das kann ich am besten. Ganze zwei Stunden musste ich rumkriegen. Da wurden die Beine schon mal schwer.

Nach einem Hotdog und reichlich Geplapper war auch ich dann endlich mal an die Stelle gegangen, wo die letzte Staffelübergabe stattfinden sollte. Und siehe da, auch hier habe ich dann nochmal 20 Minuten auf meinen Staffelstock tragenden Teamkameraden gewartet. Ich war einfach zu früh. Zum Glück befand sich auch in dieser wartenden Menschentraube ein redseeliger Gefährte, der mit Warten und angespannten Menschen umzugehen wusste.

Dann plötzlich lautes Rumgeschreie und große Hektik. Die Staffelstab-Übergabe. Als ich dann meinen Stab in die Hand bekam, ging es auch schon los. Kopfhörer auf, Musik an, loslaufen. Der nächste Begleiter ließ auch gar nicht lange auf sich warten: Diesmal war’s nur leider der Regen. Anfangs war ich nur oberflächlich durchnässt, aber schnell gesellte sich zu dem Regen und dem ganzen „Wuhling“ um mich herum auch noch Seitenstechen. Ich dachte: „Wie gut kann es denn eigentlich laufen?“ 

Bei Kilometer drei hatte ich dann aber meine Form gefunden. Nur wurde es dann echt anstrengend – Meine Muskeln verlangten unnachgiebig nach Sauerstoff. Mein rotes T-Shirt war mittlerweile komplett dunkelrot vom Wasser. Die Augen geradeaus, fokussiert auf die Leute, die gleich von mir überholt werden sollten. Vielleicht. Dann endlich wich der waldige Boden des Parks dem harten grauen Betonuntergrund, das hieß: Das Ziel ist nah! Gedanklich krämpelte ich meine sowieso schon kurzen Ärmel hoch. Nochmal einen Gang höher schalten, eine Spur schneller -  noch einmal die letzten Leute überholen. Da ist das Ziel! Auf zum Sprint! Das Anfeuern der Leute übertönte komplett die Musik. Zieldurchlauf. Geschafft! Wo ist das Bier?

Ich war durch, lahm, nass bis auf die Unterhose, durstig und hungrig für vier. Schnell einen trockenen Pullover übergezogen und dann ran ans Bufett, war ja schließlich alles kostenlos. Eine Kollegin drückte mir mit hellseherischer Weisheit ein kaltes Frischgezapftes in die Hand. Ich war so unendlich dankbar. Entspannung machte sich breit. Jetzt begann der gemütliche Teil. Allen Beteiligten lag ein Lächeln im Gesicht und überall wurde sich unterhalten und gelacht. Auch ich begab mich wieder in die eine oder andere Runde. Schon interessant, mit wem man bei so einer Veranstaltung so alles ins Gespräch kommt.

Ich empfehle jedem: Macht dieses Event einmal mit. Eine bessere Chance euren Namen und euch selbst zu vermarkten gibt es kaum.

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