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  • Mein Auslandspraktikum in London
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Bereits zum Anfang meiner Ausbildung erfuhr ich, dass jeder Berufsschüler der Louise-Schroeder-Schule die Möglichkeit hat, ein zweimonatiges Auslandspraktikum in einem EU-Land seiner Wahl zu machen. Eine finanzielle Unterstützung erhält man durch das EU-Bildungsprogramm erasmus+. Auch sein Ausbildungsgehalt bekommt man weiterhin. Sofort war für mich klar: Das will ich machen! Nun mussten nur noch die Wasserbetriebe meinem Vorhaben zustimmen, dann konnte die eigentliche Planung beginnen – wie nicht anders erwartet, fanden auch sie die Idee klasse.

Also hieß es: ran an die Arbeit. Meine Lehrerin nannte mir ein paar Betriebe, wo bereits andere Schüler Praktika absolvierten und mit positiven Eindrücken zurückkehrten. Ich schrieb also ein Anschreiben und einen Lebenslauf und schickte meine Bewerbung kurz vor Weihnachten ab. Das neue Jahr begann für mich mit tollen Nachrichten – nämlich einer Praktikumszusage von der Mary Evans Picture Library! In 3 Monaten sollte es jetzt schon losgehen – eine ziemlich kurze Zeit, wenn man sich überlegt, dass ich noch keine Bleibe für die Zeit hatte. Über zehn Ecken habe ich dann aber doch noch eine für Londoner Verhältnisse „günstige“ Unterkunft gefunden.

Am 20.03. hatte ich dann meinen ersten Arbeitstag im Londoner Stadtteil Blackheath. Aber was ist die Mary Evans Picture Library eigentlich? Auch wenn der Name anfangs anderes vermuten lässt, ist die Mary Evans eine Bildagentur. Sie wurde von Mary und Hilary Evans gegründet, einem Paar, welches eine Liebe für antiquarische Bilder hatte. So sammelte sich über die Jahre ein großer Bestand in ihrem Privatbesitz an. 1964 machten sie dann ihr Hobby zum Beruf. So wuchs die Sammlung von historischen Medien weiter, weiter und weiter…
Heute werden die Nutzungsrechte an den Bildern von Kunden aus aller Welt über den Online Katalog gekauft. Verwendet werden die Bilder dann beispielsweise für Zeitschriftenartikel, Werbeanzeigen oder Buchcover.

Doch was war nun meine Aufgabe?
Ich durfte die Kollegen in der Digitalisierungsabteilung unterstützen. Genauer gesagt bin ich die Regale von „S“ bis „Z“ durchgegangen. In diesen befanden sich Bilder von Personen, deren Namen mit den genannten Buchstaben beginnen. Darin befanden sich beispielsweise Bilder von Shakespeare oder Sokrates. Ich habe also nachgesehen, ob die Bilder schon hochaufgelöst in der Datenbank sind. Wenn nicht, habe ich die Bilder eingescannt und dann mit Photoshop bearbeitet. Meistens waren sie ausgeblichen, zerkratzt oder verschmutzt. Es kam aber auch vor, dass Ecken fehlten, die ich digital wieder „restaurierte“.

Außerdem habe ich in der Bilddatenbank gearbeitet, also neue Datensätze erstellt sowie vorhandene Datensätze überarbeitet. An einem Tag durfte ich mit auf die Veranstaltung „fotofringe“ gehen – ein jährliches Event, bei dem alle Bildagenturen aus Großbritannien die Möglichkeit haben, sich und ihren Bildbestand zu präsentieren. Es war toll, die Vielfalt der Bildagenturen zu sehen.

Natürlich habe ich meinen Auslandsaufenthalt auch an den Wochenenden ausgiebig dafür genutzt, um die verschiedensten Ecken Londons zu erkunden. Ich habe viele Foodmärkte und auch einen Blumenmarkt besucht. Ich bin an der Themse entlang gelaufen, habe die Wachablösung am „Buckingham Palace“ gesehen, war im „Tower of London“ und in Camden. Ich habe Last Minute Tickets für das Musical „42nd Street“ ergattert, war frühstücken im Skygarden und habe eine geführte „Streetart & History“ Tour  durch das East End Londons gemacht. Ich habe das „Museum of London“ besucht, war im „Regents Park“ und „Hyde Park“ spazieren, war am „Piccadilly Circus“, habe die Oxford und Carnaby Street besucht und in Chinatown chinesisch gegessen. Ich habe so viel mitgenommen, wie nur ging.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich eine unglaublich aufregende Stadt erkundet habe und eine interessante Zeit bei der Bildagentur hatte, auch wenn die Aufgaben nach einiger Zeit zwar etwas eintönig wurden. Ich kann aber sagen, dass ich nun fitter beim Arbeiten mit Photoshop bin und auch sicherer im Umgang mit Datenbanken. Dank meines Kollegen Rob, mit dem ich mir ein Büro teilte, habe ich viel Englisch gesprochen und die britische Kultur kennengelernt. Und auch neue Essgewohnheiten habe ich mitgebracht: Tomatensuppe mit Toast oder ein paar Würstchen mit Baked Beans zum Frühstück. Lecker. :-)

Alles in allem war meine Zeit im Ausland eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe und froh, dass ich sie auch ergriffen habe. Denn wann bekommt man nochmal so eine Chance?

Der Tag der Ausbildung
Auf nach Philadelphia!

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