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Der folgende Bericht stellt eine Zusammenfassung über die Erfahrungen und Eindrücke dar, welche wir über den Zeitraum von insgesamt drei Wochen zusammen mit unseren Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen sammeln durften.

Du willst deinen Erfahrungsschatz erweitern? Ein Förderprogramm der Europäischen Union macht es möglich. Im Rahmen unserer Ausbildung wird ausgewählten Nachwuchsfachkräften seit Kurzem die Chance gegeben, an einem Austauschprogramm zwischen deutschen und z.B. französischen Auszubildenden teilzunehmen. Zu diesen ausgewählten Auszubildenden gehörten unter anderem mein Kollege Tobias und ich.

Am Montag sind wir nach Marseille (Südfrankreich) geflogen. Am Flughafen angekommen, wurden wir gleich vom pädagogischen Koordinator der Austauschschule empfangen und zur Ferienanlage Maeva in Arles gebracht, wo sich unsere Appartements befanden. Wir hatten Zeit, unsere Sachen auszupacken und wurden später von unserem Lehrer abgeholt, um gemeinsam essen zu gehen. Während der ersten Tage lernten wir außerdem die anderen Mitschüler kennen und erkundeten Arles und seine Umgebung.

Am Donnerstag und Freitag haben wir das zentrale Klärwerk in Montcalde und den Klärwerksverband von Camargue (Saliers) besichtigt. Dabei wurde uns unsere Arbeit zugewiesen, die Mitarbeiter vorgestellt und das Klärwerk gezeigt. Am folgenden Montag sind wir nach Saliers (Klärwerksverband von Camargue) gefahren und haben dort einige Proben genommen, die wir später im Labor mikroskopiert haben. Anschließend bat uns der Leiter des Klärwerks, die Proben von Saliers und Montcalde zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Das war eine neue Herausforderung für uns, denn wir kannten kaum Vokabeln aus dem technischen Bereich. Aber auch das haben wir erfolgreich gemeistert – in einigen Fällen mit der Hilfe unseres Lehrers.

Da man anhand von bestimmten Mikroorganismen den Zustand des Klärschlammes bestimmen und vorhersagen kann, haben wir von jeder Schlammprobe jeweils einen Tropfen unter dem Mikroskop untersucht. Wir zählten die Mikroorganismen und haben unsere Ergebnisse dokumentiert

Da wir eine reiche Vielfalt an Lebewesen (Glockentierchen, Wimperntierchen, Rädertierchen etc.) vorgefunden haben, konnten wir daraus schließen, dass in dem Schlamm kein Sauerstoffmangel vorliegt – damit also keine Vergiftung eingetreten ist.

Als wir dann genügend Beobachtungen notiert hatten, haben wir den Schlamm beider Klärwerke miteinander verglichen, um herauszufinden, warum die Trockensubstanz in Montcalde ständig stark schwankt. Also haben wir noch weitere Untersuchungen durchgeführt und eine Belebtschlammprobe durch schütteln homogenisiert, filtriert und bei 105°C ca. zwei Stunden im Trockenschrank getrocknet. Den getrockneten Rückstand haben wir anschließend bei 550°C verglüht, um den Glührückstand zu bestimmen. Jetzt konnten wir zeigen, was wir bei den Berliner Wasserbetrieben gelernt haben und dass wir eine gute Ausbildung genießen dürfen.

Um weitere Erfahrungen zu sammeln, können wir Arles in jedem Fall empfehlen, da man in Klärwerken anderer Länder auch die grundlegendsten Dinge unserer Ausbildung wiedererkennt und anwenden kann. Vor allem das Programm, das wir erleben durften, war extra auf uns zugeschnitten. So haben z.B. die Köche eine Ölmühle und wir Techniker alte Bewässerungsanlagen der Römer ( in Pont du Gard) besichtigt. So ein Austausch, besonders nach Arles und Umgebung, ist also sehr zu empfehlen, gerade auch weil man dadurch einen tieferen Einblick in seinen Beruf und eine Auffrischung seiner Fremdsprachenkenntnisse gewinnt.

Wir würden uns nun sehr freuen, wenn dieser Austausch in den nächsten Jahren weitergeführt und zu einer Art Tradition bei den Berliner Wasserbetrieben wird. So können wir zeigen, wie offen wir der Bildung gegenüberstehen und wie wichtig uns unsere Auszubildenden sind.

Wir haben den Anfang gemacht – nun seid ihr dran!

Einmal Chefredakteur seiner eigenen Zeitung sein
Die Berliner Wasserbetriebe drehen das Rad und wir sind dabei!

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