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  • Auf den Spuren von Stoffen
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Lesedauer: ca. 3 Minuten

Obwohl ich kein Azubi bin, darf auch ich über meine interessante Arbeit hier bei den Berliner Wasserbetrieben berichten :).

Mehrere Jahre habe ich an der TU Darmstadt Umweltingenieurwissenschaften studiert und dabei den Bereich Abwassertechnik vertieft. Um mein Studium abzuschließen, schreibe ich seit März meine Masterarbeit in der Abteilung Forschung und Entwicklung an der Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage (OWA) Tegel über Spurenstoffentfernung an pulverisierter Aktivkohle.

Die Spurenstoffe gelangen durch uns Menschen ins (Ab)Wasser, indem wir z.B. unsere eingecremten Hände waschen, Medikamente schlucken, Obst spritzen, unser Fahrrad mit Korrosionsschutzmittel besprühen, Limonade trinken und, und, und… Bisher können die Kläranlagen diese Stoffe noch nicht ausreichend aus dem Wasser eliminieren und so gelangen kleinste Rückstände oft in die Oberflächengewässer.

Da die Folgen noch nicht abschätzbar sind, ist es ratsam, in Forschung und Prävention zu investieren.  Deshalb gibt es die Pilotanlage auf der OWA in Tegel – die ich zurzeit betreue. Im Großen und Ganzen geht es darum, herauszufinden, wie viel Aktivkohle wir an welcher Stelle des Reinigungsprozesses dosieren müssen, um durch Adsorption so viele Spurenstoffe wie möglich aus dem Wasser zu entfernen. Das klingt jetzt natürlich sehr viel einfacher als es eigentlich ist ;).

Es gibt immer wieder neue und unerwartete Hürden zu überwinden. Zum Beispiel wurden wir im Mai von einer Muschelschwemme überrascht, die uns die Rohre der Anlage verstopft hat, sodass wir jeden Tag spülen mussten (Auf meinem Blogbild könnt ihr die Übeltäter sehen). Momentan hapert es eher an der Technik: Die Pumpe für die Filterspülung ist defekt und die Spülung muss in dem Fall manuell erledigt werden.

Ein typischer Arbeitstag von mir beginnt mit der Kontrolle der Anlage, sei es live davor oder am PC. Ich muss zum Beispiel überprüfen, ob alle Betriebsmittel ordnungsgemäß dosiert wurden. Danach beginnt die tägliche Probenahme, wobei mich glücklicherweise meine Kolleginnen Clara und Sophia entlasten. Einen Teil der Proben bearbeiten wir selbst und der Rest wird in unserem Labor in Jungfernheide analysiert. Das Labor schickt ein paar Tage später die Ergebnisse, die ich dann am Computer auswerte. Nebenbei führe ich kleinere Versuche im Labor der OWA durch, um bei manchen Fragestellungen, die sich ergeben, noch tiefer ins Detail zu gehen.

Einen Teil des Tages arbeite ich praktisch und den anderen Teil theoretisch. Gerade deshalb macht die Arbeit wahnsinnig viel Spaß. Außerdem kann ich eigene Ideen einbringen und habe jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner zur Seite.

Vielen Dank an dieser Stelle an meine Betreuer und Kollegen Dr. Alexander Sperlich, Felix Meinel und Thomas Meier und alle von der OWA-Großanlage für eure Hilfe und die nette Arbeitsatmosphäre!

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